10 times 6
Lisanne Goodhue
Olga Hohmann
Caroline Kühner
Daniela Marcozzi
Yotam Peled
Katherine Williams
Franziska Doffin & Julija Pečnikar
Judith Förster/ Johanne Merke/ Jonas Wentritt
Raffaella Galdi/ Laura Giuntoli/ Lina Kukulis
Valentin Schmehl/ Lucian Patermann/ Carl Thiemt
08. April - 09. April 2017
Sa 08.04.17 20:30 Uhr
So 09.04.17 20:30 Uhr
Uferstudio 7

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Termine
08. April 2017, 20:30 Uhr
09. April 2017, 20:30 Uhr
Beschreibung

„10 times 6“ heißt: 10 Stücke, keines länger als 6 Minuten, an einem Abend. Die Reihe gibt (noch) unbekannten Tänzern, Choreografen, Regisseuren... die Möglichkeit, in einem einfach gestalteten Rahmen ihre Werke zu zeigen. Zum 11. Performer wird dabei der Lichtdesigner, denn nach exakt 6 Minuten geht das Licht aus. Was dann nicht gesagt bzw. getanzt wurde, bleibt im Dunkeln. Bei der neunzehnten Ausgabe von „10 times 6“ sind dabei:

Franziska Doffin & Julija Pečnikar: Bounce
Judith Förster/ Johanne Merke/ Jonas Wentritt: BAND or Coast Companions
Raffaella Galdi/ Laura Giuntoli/ Lina Kukulis: Turtle
Lisanne Goodhue: the way to do it
Olga Hohmann: Die Nase
Caroline Kühner: folifoli_II. bubble
Daniela Marcozzi: Aldebaran
Yotam Peled: Boys don't cry
Valentin Schmehl/ Lucian Patermann/ Carl Thiemt: Ich bin mir selbst das Fleisch des Fremden
Katherine Williams: Lady K

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Franziska Doffin & Julija Pečnikar: Bounce
Es ging mit der Frage „Was ist Popmusik?” los und führte zu einer Forschung über alle möglichen Bounce-Bewegungen. Die Bewegungen werden neugierig betrachtet, immer wieder, von nah von fern, aufgedröselt, auseinandergenommen. Die Wiederholung bestimmt die simple Struktur des Stückes und die empathische Reaktion der Zuschauer. Ob es sich um hohe Sprünge oder subtile Gesten handelt: Das Auf und Ab und das Spiel mit dem Rhythmus begleiten ständig. Strophe für Strophe werden sie erzählt. Der Refrain kommt gleich. Zwischen den beiden Performerinnen entwickelt sich währenddessen eine eigene Geschichte über Ähnlichkeiten und Unterschiede, Freundschaft, Konkurrenz, Witz und Ernsthaftigkeit. Das Projekt entsteht zur Zeit im Rahmen des gemeinsamen Studiums an der Tanzhochschule.

Judith Förster/ Johanne Merke/ Jonas Wentritt: BAND or Coast Companions
Lasst uns nicht alleine sein. Diese transformative Zeit auf der Erde erfordert komplexere Umgangsweisen mit seltsamen Kombinationen von Körpern gestimmt auf die Sinne, auf achtsame Materie, auf materielle Semiotik, auf sterbliche Erdlinge in enger Kopräsenz. Diese Zeit möchte andere Geschichten erzählen als die des menschlichen Exzeptionalismus und des auf sich beschränkten Individuums. Wir sind nicht allein. Wir sind bewegt von Donna Haraway´s viel-armigen Denken und weiter gedachter Permakultur, und möchten zusammenkommen mit den „coast companions” in einem Chor aus Stimmen. Stimme als Vibration stoppt nicht an der Grenze eines anderen Körpers: Sie berührt achtsame Materie. Vibration windet sich weiter hinein und entzieht sich Definitionen von Außen und Innen. Simultan vorhandene Stimmen verweben sich als soziales und abstraktes miteinander-Werden.

Raffaella Galdi/ Laura Giuntoli/ Lina Kukulis: Turtle
„Turtle” ist eine Tanzperformance, eine Metapher für zwischenmenschliche Beziehungen. Wenn auch nicht immer in physischem Kontakt, stehen die Tänzerinnen in ständigem Bezug zueinander, lassen ein Geflecht aus Abhängigkeit, Komplizenschaft und ständiger Transformation entstehen.

Lisanne Goodhue: the way to do it
„the way to do it” ist der Solo-Performance-Teil einer größeren Recherche, die sich mit den Mechanismen des Theaters befasst. In diesem Ausschnitt möchte ich die Aufmerksamkeit auf Elemente lenken, die normalerweise Teil einer Vorstellung sind - Stühle, Vorhänge, Seil, Eingangstür, etc. Der Score ist um ausgewählte repetitive Aktionen herum gebaut und erlaubt es mir, meinen Einfluss auf einige der Elemente auszutesten, die die performative Umgebung formen. Der Score von „the way to do it” ist der folgende:

1 – Das Vorhangschieben
2 – Die Stühle
3 – Den Raum abstecken
4 – Der Zuschauer

Olga Hohmann: Die Nase
Die Nase ist ein vergessenes Organ. Durch zivilisatorische Prozesse für ihre hauptsächlichen Aufgaben (Nahrung und Sex) scheinbar unbrauchbar geworden, ragt sie mitten aus dem Gesicht. Für uns selbst bleibt sie meistens unsichtbar. So verweist sie still auf den unauflösbaren Zusammenhang von Mensch und Tier, von Natur und Kultur – und bekommt dennoch selten eine Bühne. In der sechsminütigen Aufführung wird die Nase zum Akteur. Die Ausgangsfrage ist dabei: Wie bewege ich meine Nase und wie bewegt sie mich?

Caroline Kühner: folifoli_II. bubble
Fruchtblase. Realitätsblase. Filterblase. Wahrnehmungsblase. Körperblase. Gedankenblase. Luftblase. In was für Blasen leben wir? Sind wir Wesen, den Gegebenheiten ausgeliefert, die uns einhüllen wie unsere Faszien, unsere Haut? Wie können wir in Kontakt treten? Wie können wir unsere Realität, wie uns selbst umgestalten? „folifoli” ist eine Material-Performance-Reihe mit Polyäthylen, in der Caroline Kühner mit unterschiedlichen Künstlern zusammenarbeitet – für „folifoli_II. bubble” mit dem Sound Designer Ville Aalto.

Daniela Marcozzi: Aldebaran
Aldebaran, auch bekannt als Alfa Tauri, ist der allerhellste Stern im Sternbild Stier: in der Mythologie wurde er als Verfolger dargestellt, denn er wagt es, die Hyaden zu erreichen, einen prächtigen Sternhaufen. Aldebaran liegt auf halbem Weg zwischen den Hyaden und der Erde: seine Lage verkörpert den Menschen in seiner materiellen und spirituellen Aussetzung. Die Kombination dieser beiden Kräfte erzeugt sowohl eine Trennung, als auch einen ewigen Ausgleich, einen perfekten Zustand von Unvollkommenheit. Aldebaran existiert durch das ständige Aufeinanderfolgen von Mut und Hingabe, Begehren und Apathie, Leben und Tod.

Yotam Peled: Boys don't cry
Eine physische Exploration eines Mannes, der Romantik sucht inmitten einer Stadt voller Fremder.

Valentin Schmehl/ Lucian Patermann/ Carl Thiemt: Ich bin mir selbst das Fleisch des Fremden
„Ich bin mir selbst das Fleisch des Fremden” schillert zwischen der Liebe zur und dem Entsetzen über die eigene Abgrenzung zum Anderen. Aus dem Material eines gemeinsamen Theaterabends über Exotismus in Dresden 2016 heraus kreieren Lucian Patermann (Bildende Kunst, Video) und Valentin Schmehl (Stimme, Bewegung) von der Performance-Gruppe iOver gemeinsam mit dem Counter-Tenor Carl Thiemt eine poetische Gesangs- und Bewegungsinstallation für „10 times 6“ im ada Studio. Lucian Patermann (Bildende Kunst, Regie, Video) und Valentin Schmehl (Bewegung, Gesang, Dramaturgie) sind Teil des interdisziplinären Performance-Kollektivs iOver (www.iover.org). iOver hat seine Ursprünge in Weimar und arbeitet in wechselnden Konstellationen an performativen Installationen im Wald, in Abrisshäusern oder auf Theaterbühnen.

Katherine Williams: Lady K
In Katherine Williams‘ jüngster Arbeit, „Lady K”, bewältigt sie die rohe, kinetische Energie ihres gewichtigen Körpers. Indem sie die physischen Angewohnheiten des mütterlichen Körpers und sein soziales Umfeld untersucht, hinterfragt sie ihre Sichtbarkeit, ihre Voluminosität und ihre Kraft im Raum.

Besetzung

Bounce: Franziska Doffin & Julija Pečnikar
Foto ©Anna Jacsó

BAND or Coast Companions: Judith Förster/ Johanne Merke/ Jonas Wentritt
Foto © Judith Förster

Turtle: Raffaella Galdi/ Laura Giuntoli/ Lina Kukulis
Konzept, Choreographie Raffaella Galdi | Choreographie, Tanz Lina Kukulis, Laura Giuntoli | Musik Night Rain, Aukai / Alexander Nickmann, Markus Sieber | Produktion InCorpo/Raffaella Galdi, Laura Giuntoli, Lina Kukulis | Unterstützt von Phynixtanzt Studio, Progetto Maia/Theatre Akropolis, Italien (Artist in Residency) | Foto © Pixabay

the way to do it: Lisanne Goodhue
Foto © Lisanne Goodhue

Die Nase: Olga Hohmann
Foto © Olga Hohmann

folifoli_II. bubble: Caroline Kühner

Aldebaran: Daniela Marcozzi
Choreografie & Perfomance Daniela Marcozzi | Musik Louis DeCicco | Foto © Daniela Marcozzis

Boys don't cry: Yotam Peled
Foto © Barak Rotem

Ich bin mir selbst das Fleisch des Fremden: Valentin Schmehl/ Lucian Patermann/ Carl Thiemt
Foto © Lucian Patermann

Lady K: Katherine Williams
Foto © Natalie Fiol

+++ Das ada erhält für die Jahre 2017/ 18 eine Spielstättenförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten. +++

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