NAH DRAN extended: Listen
Rachael Mauney, Telmo Branco & Annelie Andre
Sophia Ndaba, Evi Terzi & Maria Koltsida
Victoria McConnell & Joshua Tennent
Uferstudio 7

1 V McConnell J Tennent c Demetrius Subbaiahs NAH DRAN extended Listen Maerz 2018 ada web Kopie
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Termine
Sa 24.03.18 20:30 Uhr
So 25.03.18 20:30 Uhr
Beschreibung

Die Reihe NAH DRAN präsentiert in regelmäßiger Folge neue oder weiterentwickelte kurze Stücke junger Tänzer und Choreografen, wobei die Grenzen zu Körper-, Sprech- und Musiktheater sowie Performance offen sind. Sie bietet Tänzern und Choreografen eine Plattform, um ihre Stücke (möglicherweise erstmals) in einem abendfüllenden Rahmen dem Berliner Publikum zu zeigen.

„NAH DRAN extended“ heißt, dass die Arbeiten unter einem speziellen kuratorischen Aspekt ausge­wählt wurden. Seit letztem Jahr verfolgt das ada ein erweitertes Konzept, nach dem Künstler*innen die Kuratorenschaft für diese Spezialausgaben übernehmen. Den Anfang machte mit zwei Abenden Lee Méir, die auch in diesem Jahr wieder dabei sein wird. Da sich dieses Modell ausgezeichnet bewährte, kommt mit Victoria McConnell (* USA) eine zweite Künstler-Kuratorin hinzu, die die Sonderreihe eröffnet. Seit 2015 lebt sie in Europa und tanzte u.a. mit der Tanz Company Gervasi, Gail Skrela, Sara Angius, Babylon Berlin und an der Staatsoper Berlin, Ende 2017 präsentierte sie ihre Arbeit bei „10 times 6“ im ada Studio.

Der Schwerpunkt von „NAH DRAN extended: Listen” ist eine neue Perspektive auf die uralte Partnerschaft von Musik und Bewegung. Hier präsentieren wir drei verschiedene Stücke, die das Live-Gespräch zwischen Klang und Tanz mit Sensibilität und Neugierde erforschen. Mit: Sophia Ndaba, Evi Terzi, Maria Koltsida: Matrifocal, Victoria McConnell, Joshua Tennent: Arising//Passing, Rachael Mauney, Telmo Branco, Annelie Andre: Alien Migrations.

„Matrifocal” - mit Evi Terzi, Sophia Ndaba und der Musikerin Maria Koltsida - ist ein Trio, das mit abgestimmten Körperzuständen arbeitet und ohne klaren Führenden oder Verfolgenden Wege und Bewegungen kreiert. Sie verkörpern einen grenzenlosen Ansatz und interagieren mit Sensibilität, um die weiblichen Elemente auszudrücken, die man mit dem „Sein” in Verbindung bringt im Gegensatz zu dem männlichen „Tun”.

In „Arising//Passing” kreieren Victoria McConnell und der Musiker Joshua Tennent ein Duett als eine Evolution der Konversation: Musik und Bewegung fluten und fließen und überlagern sich gegenseitig zu neuen Formen. Indem sie ihre individuellen Instinkte, um Bewegung oder Sound zu erzeugen und ihre natürlichen Reaktionen auf Input beobachten, suchen McConnell und Tennent nach Wegen, ihre Medien zusammen zu bringen, um eine neue Atmosphäre, eine bewegende Klanglandschaft, zu kreieren.

Rachael Mauney, Telmo Branco und die Musikerin Annelie Andre präsentieren mit „Alien Migrations“ ein Stück, das sich mit Themen der gewählten Migration und Einsamkeit als Geschenk auseinandersetzt, indem es Bewegung findet, sowohl geografisch als auch in Körper und Geist.

Sophia Ndaba, Evi Terzi & Maria Koltsida: Matrifocal
Mann tut. Frau ist.
Das männliche Element ist mit dem Tun und das weibliche Element mit dem Sein verbunden. Frauen sind auf Multitasking programmiert; wir sind so gebaut, dass wir uns extensiv verbinden und kommunizieren können. Männliche Gehirne sind so gebaut, dass sie rationalisieren und direkt in die Handlung gehen.
In mythologischer Hinsicht „ist” das weibliche Element in jedem von uns, es ruht in der sich entfaltenden Gegenwart - empfängt, integriert, verbindet und kommuniziert mit allem, was ist.
Männliche und weibliche Elemente zeigen sich in verschiedenen Kulturen unterschiedlich. Manche Kulturen orientieren sich in ihrer Sprache, Kunst, Mythen und Ritualen, um dem Mysterium dessen, was ist, zu begegnen. Der Begriff „matrifokal” beschreibt jene Kulturen, die eine Hingabe an das weibliche Element des Seins zeigen. Im Gegensatz dazu konzentriert sich unsere eigene Kultur auf die Früchte des männlichen Elements. Was wir sind, ist „patrifokal” - ein Element, das sich sowohl bei Männern, als auch bei Frauen entäußert. Wir definieren uns im Allgemeinen durch das, was wir tun, wie schnell wir es tun und was wir dafür zeigen müssen.
Was ist, wenn wir nicht mit unseren Körpern und unserem Atem in Berührung kommen? Was wäre, wenn wir vergessen hätten, wie wir uns auf die Welt beziehen können, wie sie ist und in ihr fast nie vollständig präsent sind? Ist die Kunst der Beziehung verloren? Liegt es daran, dass die Zeit, die es braucht, um sich tief zu verbinden, sich vollständig zu fühlen, zu kommunizieren und zu verstehen, nicht mehr als gut verbrachte Zeit geschätzt wird?
Sophia und Evi haben begonnen, eine physische Praxis zu erforschen, die ihren Ausgangspunkt in den Prinzipien der Kontaktimprovisation hat. Dadurch entstand ein Interesse an den weiblichen Elementen - Sensibilität und Sinnlichkeit. Mit abgestimmten Zuständen des Körpers arbeiten, ihre Zentren verbinden und Richtungen erzeugen und fließen, ohne einen klaren Anführer oder Nachfolger. Zusammen mit der Musikerin Maria Koltsida (zeitgenössische experimentelle Pianistin und Sängerin) begannen sie eine Zusammenarbeit. Die überlappenden Landschaften von Bewegung und Musikimprovisation in Ruhe in der sich entfaltenden Gegenwart abbilden, empfangen, integrieren, verbinden und mit allem, was ist, kommunizieren.

Victoria McConnell & Joshua Tennent: Arising//Passing - a moving soundscape
Eine Idee entsteht aus dem Unterbewussten, aus dem Instinkt. Sie nimmt Gestalt an, wird sichtbar oder hörbar. Geteilt, geworfen und gefangen, verflüchtigt sie sich; Fütterung des nächsten Gedanken. Eine Evolution der Konversation: Musik und Bewegung, Ebbe und Flut, die sich gegenseitig überlagern, um neue Formen zu schaffen.
Was als einfache Jam-Session zwischen einem Musiker und einer Tänzerin begann, hat uns zu Fragen geführt: Wie beeinflusst Klang Bewegung und Bewegung Musik? Wer führt wen? Können wir fließend vom Empfangen eines Inputs zum Geben eines Inputs gelangen? Wohin gehen wir oder führt es uns (der Prozess selbst)? Wir haben unsere individuellen Instinkte beobachtet, um Bewegung oder Klang zu erzeugen, wie wir aufeinander reagieren und nach Möglichkeiten suchen, wie wir unsere Medien zusammenbringen können, um eine ganze Atmosphäre, eine bewegende Klanglandschaft, zu schaffen.

Rachael Mauney, Telmo Branco & Annelie Andre: Alien Migrations
“Better that every fiber crack and fury make head, blood drenching vivid couch, carpet, floor, and the snake figured almanac, vouching you are a million green counties from here, than to sit mute, twitching so under prickling stars, with stare, with curse, blackening the time goodbyes were said, trains let go. And I, great magnanimous fool, thus wrenched from my one kingdom.” („Monolog um 3 Uhr morgens” von Sylvia Plath)

Besetzung

Sophia Ndaba, Evi Terzi & Maria Koltsida: Matrifocal
Tanz: Sophia Ndaba, Evi Terzi
Musik: Maria Koltsida

Victoria McConnell & Joshua Tennent: Arising//Passing - a moving soundscape
Tanz: Victoria McConnell
Musik: Joshua Tennent

Rachael Mauney, Telmo Branco & Annelie Andre: Alien Migrations
Tanz: Rachael Mauney, Telmo Branco
Musik: Annelie Andre

+++ Das ada erhält für die Jahre 2017/ 18 eine Spielstättenförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten. +++

Weitere Infos (und ggf. Reservierungen)

Tickets: Tel.: 21 800 507, ada-berlin@gmx.de

Ticketpreis
sliding scale 8,00 € – 13,00 €

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