NAH DRAN hyper-extended: workworkworkworkwork
Uferstudio 7

QUAD9
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Termine
Sa 21.04.18 20:30 Uhr
So 22.04.18 20:30 Uhr
Beschreibung

Die Reihe NAH DRAN präsentiert in regelmäßiger Folge neue oder weiterentwickelte kurze Stücke junger Tänzer und Choreografen, wobei die Grenzen zu Körper-, Sprech- und Musiktheater sowie Performance offen sind. Sie bietet Tänzern und Choreografen eine Plattform, um ihre Stücke (möglicherweise erstmals) in einem abendfüllenden Rahmen dem Berliner Publikum zu zeigen.

NAH DRAN extended heißt, dass die Arbeiten unter einem speziellen kuratorischen Aspekt ausgewählt wurden.

Bereits 2017 übernahm Lee Méir (* Israel) die Verantwortung für zwei Folgen von „NAH DRAN extended” und kuratiert auch in diesem Jahr wieder die Ausgaben im April und Juni. Sie präsentierte schon während ihres HZT-Studiums bei „10 times 6” im ada Studio eine Studie zu ihrem später auch international sehr erfolgreichen Solo „Translation included”. Im April 2016 performte sie im Rahmen von „NAH DRAN extended”. Lee Méirs kuratorisches Prinzip besteht darin, dass sie aus den Bewerbungen auf eine offene Ausschreibung Themen-Cluster anhand der von den Künstler*innen eingereichten Vorschläge generiert und daraus einen Abend mit 3 (NAH DRAN extended) bzw. 4 Stücken (NAH DRAN hyper-extended) mit jeweils unterschiedlichem Bezug zum selben Thema gestaltet. (Nächste Ausgabe: 23./24. Juni 2018, 20:30)
(http://leemeir.com/)

Schonungslos springend zwischen Wut und Hoffnung, schweren Waffen und Handarbeit, die Welt verändern und Beziehungen verändern, präsentiert diese Ausgabe von „NAH DRAN hyper-extended“ vier Werke, die Tanzarbeit in einer neoliberalen, postindustriellen und post-ideologischen kulturellen Landschaft erforschen.

Josephine Findeisen & Verena Sepp: SCHWEIßARBEIT
Mit „SCHWEIßARBEIT” führt Josephine Findeisen ihre choreografische Auseinandersetzung mit Klassismus im Feld des zeitgenössischen Tanzes fort.
Im ersten Teil der Recherche - A WORK THAT DOESN’T WORK or WE MIGHT AS WELL BE ON CRYSTAL - verhandelte sie sozialen Aufstieg und die Reproduktion sozialer Ungleichheit innerhalb der Institutionen des Kunst- und Kulturbetriebs.
„SCHWEIßARBEIT” wirft einen genaueren Blick auf Bewegungskonzepte und Formen von Arbeit im digitalen Kapitalismus und fragt, was der Begriff soziale Klasse heutzutage bedeutet bzw. bedeuten kann.

Jan Lorys & Natalia Wilk: Quandary - product of progressive un-working
Dilemma. Sorge. Nachdenklicher Tänzer.
Mit unserer Arbeit teilen wir die Auswirkungen der progressiven, arbeitslosen Praxis, folgen unseren Leidenschaften und Revolten ohne Wut. Wir performen einen hingebungsvollen Dienst für alle Freiberufler und Big-Economy-Mitarbeiter. Wir werden die Körper, die bereit sind, zu verwerten, und im Rahmen des Zirkus hinterfragen wir die Kategorien „Arbeit” und „Freizeit”. Immer nach dem Motto: Es ist egal, was du kreierst, wenn du keinen Spaß hast.
Wir sind inspiriert von Stummfilmen (Brüder Lumière), weisen Büchern (Bojana Kunst, polnisches Wörterbuch), berühmten Künstlern (Le Roy) und youtube (Daniel Menedez, Pit, Niels Duinker, Super Dave und Amanda O'Malley, Ashley Galvin).
Wir verändern die Welt nicht. Wir wollen sie ein wenig verstehen.
Die ganze Sorge. Unsere Sorge.

Magdalena Meindl: Teeth and Claws
„Teeth and Claws” taucht ein in die Somatik eines zeitgenössischen Affektes – der Wut. Was auch immer die politische Überzeugung sein mag, Wut wird als aktivierende, transformierende, verteidigende oder zerstörende Kraft beschworen. Fünf Performerinnen bewegen sich mit großen, schweren Metallteilen und erforschen, wie sich diese Waffen – externalisierte Zähne und Klauen – auf ihre physischen und emotionalen Körper auswirken. Zerstörungslust und Selbstermächtigung werden fühlbar, wenn sie schwere und potenziell gefährliche Objekte in Händen halten. Dort, wo wir uns in die zerstörerische Lust fallen lassen könnten, entsteht die Frage nach Verantwortlichkeit: Was bedeutet es, eine Waffe zu tragen, zu etwas fähig zu sein, das schlagende Argument zu haben?

Yotam Peled: Home.Alone
„Ein Lied für weise Liebende
Wer wird weise lieben
...

Auf ihrem Bett, ohne ein Wort.
Mit einer Hand erlischt die Lampe. Zusammen schließen sie ihre Augen
Ein Lied für weise Liebende,
Wer hat ein Haus gebaut?
Und schloss die Tür ab.
Schließen Sie die Fensterläden fest
Draußen ist es kalt und windig, und wir warten auf eine Dusche.
Ein Gast wird nicht in einer solchen Nacht kommen.
Öffne nicht die Tür
Es ist spät, und nur Kälte weht in der Welt,
Und ein Dichter - aus Not, nicht aus Fülle - singt er
Bleibt in euren Armen.”

(„Ein Lied für weise Liebende” von Nathan Zach)

„Home.Alone” ist eine Geschichte von zwei Körpern, die zwischen Erinnerungen und unerforschten Fantasien springen. Sie durchlaufen eine fast mechanische Wiederholung von Ritualen, um zu versuchen, etwas zu fühlen, das verloren gegangen ist, um ihre Entscheidung füreinander zu bestätigen. Ihre Angst vor Einsamkeit bringt sie zusammen, ihre Angst vor Bindung bringt sie auseinander. „Home.Alone” ist das Spiegelbild einer Generation, die zwischen den Ideen der alten Romantik und der postmodernen nihilistischen Kultur verloren gegangen ist, geboren in eine Welt der Paare, Familien, eine Welt, die Einsamkeit fürchtet, wo jemand nur eins sein kann, wenn er ein anderes findet.

Besetzung

Josephine Findeisen & Verena Sepp: SCHWEIßARBEIT

Jan Lorys & Natalia Wilk: Quandary - product of progressive un-working
Choreografie & Performance: Jan Lorys, Natalia Wilk
Musik: CC
Kostüme: made in China
Kreiert im Rahmen des Baletoffestival Residenzprogramms am Choreografischen Zentrum Krakow.

Magdalena Meindl: Teeth and Claws
Konzept & Choreografie: Magdalena Meindl
Tanz, Performance, Co-Choreografie: Josephine Findeisen, Carrie McILwain, Hanna Kritten Tangsoo, Mariana Nobre Vieira, Britta Wirthmüller

Yotam Peled: Home.Alone
Choreografie: Yotam Peled
Performance: Yotam Peled & Myriel Welling


+++ Das ada erhält für die Jahre 2017/ 18 eine Spielstättenförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten. +++

Weitere Infos (und ggf. Reservierungen)

Ticketing: Tel.: 21 800 507, ada-berlin@gmx.de

Ticketpreis
sliding scale 8,00 € – 13,00 €

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Open Spaces/Sommer Tanz 2018 14. – 22. Juli 2018 
Premieren von u.a. André Uerba, Lina Gómez, Juan Dominguez, Suddenly, Ginevra Panzetti & Enrico Ticconi und dem Bühnen-Comeback von Gisela Müller mit den Gebrüder Teichmann und vieles mehr.
Sign up now: open morning contemporary classes - mit Jill Crovisier, ab 25. Juli
Unsere Residenzkünstlerin Jill Crovisier bietet in den kommenden Wochen ein kostenloses Training für professionelle Tänzer*innen, jeweils von 10:00 - 12:00.
AUSUFERN 2018: Programmreihe der Uferstudios GmbH von Juni – September 2018 
Immer vom 1. - 4. im Monat in den Uferstudios. Der Eintritt ist frei.