NAH DRAN hyper-extended: Force Fields
Uferstudio 7

Die Fahrt Credit Nuria Hoyng quadratisch NEU
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Termine
Sa 15.06.19 20:30 Uhr
So 16.06.19 20:30 Uhr
Beschreibung

Die Reihe „NAH DRAN“ präsentiert in regelmäßiger Folge neue oder weiterentwickelte kurze Stücke junger Tänzer*innen und Choreograf*innen, wobei die Grenzen zu Körper-, Sprech- und Musiktheater sowie Performance offen sind. Sie bietet den Künstler*innen eine Plattform, um ihre Stücke (möglicherweise erstmals) in einem abendfüllenden Rahmen dem Berliner Publikum zu zeigen.
„NAH DRAN extended“ (oder „hyper-extended“) heißt, dass die Arbeiten unter einem speziellen kuratorischen Aspekt ausgewählt wurden. Diese Ausgabe von „NAH DRAN hyper-extended“ wurde von Lee Méir kuratiert und präsentiert vier Arbeiten von Choreograf*innen, die sich in ihrem inneren, äußeren, oberen, unteren Selbst bewegen, in einem Geflecht aus intensiven und widersprüchlichen Zuständen von Körper und Geist.
Laufen, entwirren, springen, begehren, erschöpfen, versinken, zusammenbrechen, enthüllen, stoßen, verlieren (den Verstand) (den Zugriff), brauchen, sich ergeben, aufgreifen, auseinanderfallen, loslegen. Zerstreut, aufgelöst, benommen und verwirrt, extrem und obsessiv, ohne jegliche Richtung, mit dem Körper und ohne Verstand, mit Verstand und ohne Körper. Alles zur gleichen Zeit.
Lee Méir kuratiert seit 2017 zwei Ausgaben pro Jahr von „NAH DRAN extended“ im ada Studio.

 

Jelena Alempijevic, Nuria Höyng & Lena Strützke: Die Fahrt
Das Tanzstück „Die Fahrt“ beginnt mit dem Einsatz von elektronischer Musik und einer
fortlaufenden, zeitlupenartigen Bewegung von drei Tänzerinnen. Die ausgedehnten und flüssigen Bewegungen, die in Verbindung mit vorantreibenden Klängen bewegte Bilder erzeugen, ziehen sich durch das 30-minütige Stück und bilden einen kontinuierlichen, soghaften Zeitstrom. In lange Mäntel gekleidet, bewegen sich die Tänzerinnen durch den Raum, wobei sie sich mal wie Planeten umkreisen, sich dann wieder voneinander entfernen und in unregelmäßigen Abständen innehalten. Es ist schwierig anzukommen, wenn die Umgebung nicht klar erkennbar ist, sagt Jelena. Mit dem Körper als Transportmittel wird die Navigation selbst zum Modus der Erkundung. Seine Beschaffenheit und Ausrichtung bestimmt die Art und Weise der Fortbewegung und das, was während der Fahrt wahrgenommen werden kann.

Simo Vassinen: Gegenübertragung
„Gegenübertragung“ ist die unausweichliche Vermischung der Rolle der Patient*in und der Psychoanalytiker*in, derer sich die Analytiker*in bewusst sein muss. Wie so oft ist es ein endloses Bemühen jemand Anderen zu sehen, ohne dabei sich selbst zu sehen.
Psychoanalyse erlaubt dem treibenden und frei schwebenden Geist der Patient*in sowohl Mythologien als auch profanen Ereignissen zu begegnen. Die Beziehung zwischen Patient*in und Analytiker*in bietet das Potential für eine ungewöhnliche Freundschaft, in der sich ständig verschiebende Grenzen – zwischen persönlicher und geteilter Erfahrung, dem Körpereigenen und dem Universellen, Helfer*in und Geholfene*rin – beiden erlauben, im Nebel zu schiffen.

Rocio Marano aka Cat Ninja: Insanity Solo
Das Stück entstand nach einer genauen Bewegungsrecherche, die hochintensive Trainingseinheiten, Krumping und somatische Praktiken (was ich "Somatic Krump" nenne) kombiniert. Die Verkörperung einer aggressiven und losbrechenden Geste wirkt als Gegenkraft für die diktatorischen Reden einiger Fitness-Kulturen. Hier wird die Vorstellung vom Körper als einer vom Geist gesteuerten Maschine mit einer ganzheitlichen Sicht auf den Körper konfrontiert, bei der der Körper nicht vom Geist getrennt ist und bei seinem Versuch, als Einheit zu agieren, versagt. Inspiriert von den nordamerikanischen Heimtrainingsvideos „Insanity Max Out“, die zu extremen Körperleistungen animieren.

Agnė Auželytė & Stephen Doyle: UNDONE, a heart score
„UNDONE“ ist eine improvisierte Duo-Performance, die verschiedene Herz-Kreislauf-Zustände erforscht. Nach einer einfachen Partitur laufen zwei Körper eine Stunde lang, ohne Publikum. Wenn der Höhepunkt erreicht ist, entwickelt sich das Stück aus der Auflösung des Zustands nach dem Zusammenbruch. Es ist ein Dialog zwischen Bewegung und Klang, die ineinander übergehen und die Grenzen zwischen den Disziplinen verwischen. Perkussive Strukturen zerfallen. Körper geraten in eine meditative Trance, treiben ihren Puls ans äußerste Limit und lassen ein abstraktes Klang- und Bildgedicht entstehen, bei dem die Intelligenz des Herzens auf der Suche nach der Intuition benutzt wird.

Besetzung

Jelena Alempijevic, Nuria Höyng & Lena Strützke, Simo Vassinen, Rocio Marano aka Cat Ninja und Agne Auželyte & Stephen Doyle.

Ticketpreis
8,00-13,00 Euro sliding scale, 5,00 Euro mit tanzcard

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OFFSHORE - Monica Duncan & Laure M. Hiendl
22. & 23.08.2019, 19:00, Uferstudio 1
Ensembling - Alice Chauchat
29.08. - 01.09.2019, 20:30 Uhr, Uferstudio 14
TANZNACHT-FORUM 2019 - AUDIENCES, COMMUNITIES & CO-CREATORS -
01.09.2019, 13:00 Uhr, Uferstudio 5
Eight - Berlin Dance Institute
06. & 07.09.2019, 19:00 Uhr, Uferstudio 14
Das Dschungelbuch - Berlin Dance Institute
08.09.2019, 14:00 + 16:00 Uhr, Uferstudio 14
WIR SIND VIELE – JEDE*R EINZELNE VON UNS!
Die Uferstudios unterstützen die Berliner Erklärung der Vielen für eine offene Gesellschaft!