NAH DRAN
Uferstudio 7

Goeffrey Watson 1 Ashley Mclellan and Geoffrey Watson featuring Luke Fryer
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Termine
Sa 17.08.19 20:30 Uhr
So 18.08.19 20:30 Uhr
Beschreibung

Die Reihe NAH DRAN präsentiert neue oder weiterentwickelte kurze Stücke (jedes zwischen 20 und 30 Minuten lang) junger Berliner Tänzer*innen und Choreograf*innen, wobei die Grenzen zu Körper-, Sprech- und Musiktheater sowie Performance offen sind.
Mit der Reihe bieten wir den Künstler*innen eine Plattform, um ihre Stücke (möglicherweise erstmals) vor Publikum in einem abendfüllenden Rahmen in Berlin zu zeigen. "Nah dran" ist dabei Programm, in der direkten Nähe von Bühne und Zuschauerraum in der Studiobühne begegnen sich Tänzer*innen und Zuschauer*innen auf Augenhöhe.

Camille Käse: infinite cavalier unfinished
Der Cowboy hat sich im Laufe des letzten Jahrhunderts zum Archetypus des weißen, cis-, hetero- wie homosexuellen Mannes entwickelt. Er gehört, könnte man sagen, zu einer der mythischen Figuren der modernen, zeitgenössischen, westlichen Zivilisation. Eine Figur, die ebenso Macht über den Tod, als auch die Macht der Sexualität verkörpert; die Inkarnation von Männlichkeit, Freiheit und Romantik aus weißer, kolonialer und patriarchaler Perspektive. In meinem fortlaufenden, performativen Rechercheprojekt „infinite cavalier unfinished“ möchte ich diesen Archetypus aus meiner queeren, transfeministischen Perspektive heraus betrachten. Dieser Arbeitsprozess ist für mich ein soziales Experiment, in dem ich die Konturen meines eigenen Geschlechts immer wieder auseinandernehmen, neu definieren und testen kann. Es handelt sich dabei weder um einen klar definierten Drag-Charakter, noch um eine Abstraktion: durch meine Beziehung zum Publikum definiere ich ständig neu, was mit mir geschieht, wenn ich diese Figur mit meiner weißen, queeren, nicht-binären Transidentität verkörpere. Ich hoffe, dass meine Beschäftigung mit diesem Archetypus einen Raum politischer Ambiguität eröffnen kann, aus dem sich ein Potenzial zur Veränderung dominanter Narrative entwickelt. Was geschieht, wenn der* cowboi plötzlich das Sagen hat?

Dan Su: On an attempt of a chicken soup
An einem Sonntagmorgen stimulierte das Gedankenexperiment, eine Hühnersuppe auszuprobieren, meine Reflexion über den Prozess deren Herstellung. Mein Ziel ist die Hühnersuppe und ich habe Angst, tief im Ei zu stecken. Kann man eein Ziel haben, aber nichts produzieren, oder nichts beabsichtigen, als etwas zu produzieren? Was tanzt zwischen dem Verlangen und der Angst, zwischen dem Kampf und dem Schmerz und zwischen dem Aufbau und der Zerstörung? Wenn es nicht auf die Hühnersuppe an sich ankommt, dann ist es vielleicht unsere vielschichtige Projektion dieses Bildes, die auf dem Wasser der klaren Momente schwimmt, die einen in Träume hinein- und hinaustreiben. Was lebt am Ende fort? Kein Ende.
www.dancesu.com

Geoffrey Watson: Geoffrey's Corpse
'Hier haben wir eine Vision des Nackten: nicht unbedingt die, die wir wollen, aber mit Sicherheit die, die wir verdienen.'
Diese Arbeit versucht, den Impuls hinter Amé Bourdon zu verstehen, Lieblingsanatom der Surrealisten und Inspiration bis heute. Amé Bourdon, der die Oberkörper seiner illustrativen Modelle öffnete, um ihr Inneres zu zeigen, wahrte jedoch Anstand durch die sorgfältige Platzierung eines Feigenblattes oder einer Hand, die auf wundersame Weise von der Schulter zum inneren Oberschenkel reichte.
Es geht um Hingabe und die Entfernung des Gegenstandes der Hingabe aus dem Bild, um seine Heiligkeit zu bewahren.
Es geht um das Kreuzbein, das Haus der Zeugung und Verschwendung, den Schwerpunkt. In der zweiten Position stehen, es anstarren und mit benebeltem Blick wie ein Baby um eine sinnvolle Antwort beten.
Geoffrey Watson kommt aus Melbourne/Australien. Er ist der sechste Stipendiat der 2008 ins Leben gerufenen Tanja Liedtke Stiftung zu Ehren der Tänzerin Tanja Liedtke und der inzwischen vierte Träger dieses renommierten Stipendiums, der im ada Studio residiert. Seine Arbeit hat ihre Wurzeln im Tanz, er ist darüber hinaus jedoch auch in den Bereichen tragbares Design, Text, Beleuchtung, Robotik und Skulptur tätig. Geoffrey setzt sich mit seiner Arbeit für produktive neue Formen der Verwirrung in der ohnehin verwirrenden Landschaft von Kunst, Identität und Mindbody ein.
www.geoffreygeoffreygeoffrey.com, @geoffreygeoffreygeoffrey

Weitere Infos (und ggf. Reservierungen)

Reservierung: ada-berlin@gmx.de

Ticketpreis
8,00€ -13,00€ sliding scale, 5,00€ mit tanzcard

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OFFSHORE - Monica Duncan & Laure M. Hiendl
22. & 23.08.2019, 19:00, Uferstudio 1
Ensembling - Alice Chauchat
29.08. - 01.09.2019, 20:30 Uhr, Uferstudio 14
TANZNACHT-FORUM 2019 - AUDIENCES, COMMUNITIES & CO-CREATORS -
01.09.2019, 13:00 Uhr, Uferstudio 5
Eight - Berlin Dance Institute
06. & 07.09.2019, 19:00 Uhr, Uferstudio 14
Das Dschungelbuch - Berlin Dance Institute
08.09.2019, 14:00 + 16:00 Uhr, Uferstudio 14
WIR SIND VIELE – JEDE*R EINZELNE VON UNS!
Die Uferstudios unterstützen die Berliner Erklärung der Vielen für eine offene Gesellschaft!