Europas (Un)Sicherheit
Arkadi Zaides
17. Februar 2022
Do 17.02.22 18:30 Uhr
online

TiA 29.08.2017 Dajana Lothert1 quadrat
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Termine
17. Februar 2022, 18:30 Uhr
Beschreibung

In den letzten zehn Jahren hat der Choreograph Arkadi Zaides das erforscht, was er "Dokumentarische Choreographie" nennen möchte. Die "Dokumentarische Choreographie" integriert Dokumente (Interviews, Zeugenaussagen, Videomaterial, vorhandene Archivinformationen und anderes) in die choreographische Arbeit. Dabei geht es darum, diese Arten von faktischen Informationen mit verkörperten Praktiken miteinander zu verbinden, um die sozialen und politischen Realitäten, in denen sie entstehen, zu hinterfragen. Außerdem zielt dieser Ansatz darauf ab, den oft sicheren Raum des künstlerischen Feldes zu überschreiten und durch den Kreations- und Produktionsprozess der künstlerischen Arbeit in den aktuellen politischen Bereich einzugreifen.
In diesem Vortrag wird sich Zaides auf zwei seiner jüngsten Projekte, Talos (2017) und Necropolis (2021), konzentrieren. Talos nimmt ein von der EU gefördertes Projekt zum Ausgangspunkt, bei dem ein innovatives Robotersystem zum Schutz der EU-Grenzen entwickelt und getestet wurde, während Necropolis das bisher detaillierteste Archiv untersucht, das den Tod von Migrant*innen und Asylbewerber*innen auf dem Weg nach Europa dokumentiert. Mit seiner künstlerischen Praxis, die auf der Untersuchung von Dokumenten basiert, möchte Zaides Europas ständigen Wettlauf um Sicherheit diskutieren, der für einige Communities zunehmend Unsicherheit produziert.

In cooperation with the Institute for Applied Theater Studies, JLU Giessen, HZT – Inter-University Center for Dance, Berlin; the Art Academy Düsseldorf, and the Künstlerhaus Mousonturm.

This edition of the HTA lecture series is connected to Bodies, un-protected, the International Program on Bodies, Art and Protection at Künstlerhaus Mousonturm, running from October 2021 till June 2022.
Organisers: Prof. Dr. Bojana Kunst, Institute for Applied Theater Studies, JLU Giessen; Prof. Dr. Sandra Noeth, HZT-Inter-University Center for Dance, Berlin; Prof. Dr. Francesca Raimondi, Art Academy Düsseldorf, Anna Wagner, Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt a.M.

Besetzung

Arkadi Zaides ist ein unabhängiger israelischer Choreograf und bildender Künstler weißrussischer Herkunft, der derzeit in Frankreich lebt. In Israel arbeitete er mit verschiedenen Kompanien wie der Batsheva Dance Company und der Yasmeen Godder Dance Group zusammen, bevor er 2004 eine unabhängige Karriere startete. Er erwarb einen Master-Abschluss an der AHK Akademie für Theater und Tanz in Amsterdam. Derzeit verfolgt er eine praxis-basierte Promotion an der Universität Antwerpen. Er ist Mitglied der Forschungsgruppe CORPoREAL am Königlichen Konservatorium Antwerpen und Mitglied von S:PAM (Studies in Performing Arts & Media) an der Universität Gent. Seine Performances und Installationen wurden auf zahlreichen Tanz- und Theaterfestivals, in Museen und Galerien in ganz Europa, Nord- und Südamerika und Asien gezeigt. Im Laufe der Jahre hat er Projekte wie New Dance Project (2010-2011) mit der Choreografin Anat Danieli, Moves Without Borders (2012-2015) und Violence of Inscriptions (2015-2018) mit der Wissenschaftlerin, Kuratorin und Dramaturgin Sandra Noeth kuratiert. Er ist Träger zahlreicher Preise, darunter eines Preises für sein Engagement in Menschenrechtsfragen, der Zaides vom Emile-Zola-Lehrstuhl für interdisziplinären Menschenrechtsdialog verliehen wurde.

Weitere Infos (und ggf. Reservierungen)

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Meeting-ID: 821 9266 1889
Kenncode: 025612

Ticketpreis
freier Eintritt

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