ada goes garage - „reinkommen on screen“
Maria Walser
Uferstudio 7

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Termine
Fr 20.11.20 18:00 Uhr
Sa 21.11.20 00:00 Uhr
So 22.11.20 00:00 Uhr
Beschreibung

Maria Walser, Johanna Lemke und Saskia Oidtmann machen den Anfang der neuen Kooperationsreihe „ada goes garage“, die sich durch einen verbindenden Status der Künstlerinnen auszeichnet: Tanzschaffende, die auch Mütter sind. Klingt nach Revolution. Fühlt sich absurderweise auch so an, dabei könnten gerade jetzt Erfahrungen, Strategien und Arbeitsweisen junger Mütter im zeitgenössischen Tanz uns allen auf die Sprünge helfen.
Als Gabi Beier, Raisa Kröger und Johanna Lemke sich im Juni zum ersten Zoom-Meeting verabreden, um über die Residenz-Idee zu sprechen, fällt ein Blumentopf im Wohnzimmer vom Beistelltisch und ein entscheidender Satz, während jemand aus dem Bild verschwindet, das Kind einsammelt und die Blumenerde auffegt: „Ich bin immer da, auch wenn ihr mich nicht seht!“
Die letzten Monate der Krise haben uns herausgefordert, grundlegend darüber nachzudenken, wie wir als Tanzszene zukünftig unsere Lebens- und Arbeitswelten gestalten wollen. Strukturen der Solidarität, alternative Produktions- und Aufführungsformate, andere Wege des Miteinanders und Neuaushandlung dessen, was vorher als selbstverständlich galt. Junge Mütter in der Szene müssen nicht erst seit Covid-19 beständig ihre Arbeitsbedingungen aushandeln - gegen ständige Flexibilität und stillschweigend vorausgesetzte Verfügbarkeit, prekäre Verhältnisse, Planungsunsicherheit. Neben strukturellen und ökonomischen Dimensionen ist Sichtbarkeit und damit auch Vernetzung, Anerkennung, PR ein großes Thema: Wie trifft frau Kollaborateur*innen, Kurator*innen, Journalist*innen, wenn sie nicht ständig am Abend auf Premierenpartys rumspringen kann…? Es ist vielleicht kein Zufall, dass im Dunstkreis des kollektiv organisierten Projekt-und Probenraums, garage - Werkstatt für Darstellende Künste e.V., vermehrt junge Mütter assoziiert sind. Für die von September bis November stattfindenden Showings zeigen drei Mütter-Choreografinnen sehr unterschiedliche Arbeiten, die sich nicht auf ihren Familienstatus reduzieren lassen und aus der Werkstattbühne per Videostream in die Wohnzimmer senden. Wenn Maria Walser das Chaos als wirkendes Prinzip untersucht, Saskia Oidtmann der „Natürlichkeit“ des Körpers nachspürt und Johanna Lemke Chopins Spuren tänzerisch untersucht, heißt „reinkommen“ auch rausgehen - weitermachen.

„IN JEDEM URSPRUNG LIEGT DAS CHAOS (ODER ANDERS RUM)“ von und mit Maria Walser
Etymologisch hängt das Wort Chaos mit dem griechischen Verb chaino zusammen: klaffen, gähnen, - der klaffende Raum - die gähnende Leere - die Kluft. Zusammen mit Mattis Kleinschnittger (Tanz), Johannes Kühn (Stimme) und allein möchte ich meine Residenz dem Chaos widmen.
Wir müssen das Chaos nicht erfinden, denn es liegt in jedem von uns. Es ist unsere Verbindung mit der Welt. Wir müssen nur den Zugang wieder finden, es zulassen.
Chaos ist der Urzustand der Welt - es ist nicht Fortschritt, sondern Zufall - Ewigkeit - eine unfassbare Form von Ordnung - die Natur - ein neu geborener Mensch - die Gedanken in meinem Kopf oder die Ideen in meinem Körper, bevor ich sie mit dem Verstand einordnen oder bewerten kann.
Was bedeutet Chaos als Bewegungsansatz - Chaos als Stimmung - als Utopie - als Auftritt - in einer Beziehung - in der Sprache - im Gehen?
laut - leise - riesig - mikroskopisch - stürmisch und still

Maria Walser wurde 1984 in München geboren, sie erhielt ihre Ausbildung an der Heinz Bosl Stiftung in München und an der Palucca Schule in Dresden. Anschließend tanzte sie zwei Jahre (2005-2007) für das Tanztheater Nürnberg unter Leitung von Daniela Kurz. Hier arbeitete sie mit Andre Gingras, Rui Horta und Stijn Celis. 2007-2010 war sie am Staatstheater Oldenburg engagiert. Unter der Leitung von Jan Pusch tanzte sie für Club Guy and Roni, Rami Beer, Inguun Bjornsgaard, Ina Christel Johanessen und Tero Saarinen. Seit 2011 arbeitet sie freiberuflich als Tänzerin, Schauspielerin und Choreografin. Als Tänzerin
besteht eine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Berliner Choreografen Sergiu Matis. Weitere Kollaborationen verbinden sie mit der Kopergietery in Gent, sowie mit MS Schrittmacher, der Costa company und dem Dschungel Wien. Sie kreierte und tanzte zusammen mit Elisabeth Lambeck für das Teatro Municipal Campo Alegre in Porto. Als Schauspielerin arbeitete sie zusammen mit Alexander Müller Elmau am Staatstheater Oldenburg, mit Eklat Cordes am Maxim Gorki Theater Berlin, mit Herbert Fritsch sowie mit Lucia Bihler an der Volksbühne Berlin, mit David Czesienski am Schauspielhaus Hamburg, sowie mit Prinzip-Gonzo am Ballhaus Ost, Berlin. 2014 entwickelte sie ein Solo für sich selbst - „Als wäre ein schöner Gedanke dahinter“, das sie bei „10 times 6“ und „NAH DRAN“ im ada studio zeigte.
2015 erhielt sie die Einstiegsförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, mit der sie das Duett „What a Thought Is Not“ für die Tanztage Berlin entwickelte. Diese Arbeit wurde auch im Ballhaus Ost und im Dock 11 gezeigt.
Seit Herbst 2017 ist sie Mutter einer kleinen Tochter.

 

„reinkommen“ ist die jüngste Reihe des ada Studios. Sie gibt jungen Choreograf*innen die Möglichkeit, ihren Arbeitsprozess zu öffnen, das Publikum zum Reinkommen einzuladen und ins Gespräch zu kommen. Im Zuge der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie findet "reinkommen" diesmal online statt (www.ada-studio.de).

"ada goes garage" ist ein Kooperationsprojekt des ada Studios mit dem Produktionsort für Tanz und Performance Garage in Berlin-Lichtenberg. Von September bis November lädt das ada Studio dreimal zum Reinkommen ein, um dem Publikum einen Einblick in die jeweiligen Rechercheprozesse der Künstlerinnen in der Garage zu geben.

Besetzung

Konzept, Choreografie & Performance: Maria Walser

Weitere Infos (und ggf. Reservierungen)

Online auf www.ada-studio.de von Freitag, 20. November, 18 Uhr bis Sonntag, 22. November, 23:59 Uhr abrufbar.

.com(munity) ticket erbeten. Paypal (Betrag frei wählbar) an ticket@ada-studio.de.

Ticketpreis
Kostenlos; .com(munity) ticket erbeten

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Für sämtliche Veranstaltungen bis zum 2.11.2020 gilt Vorab-Anmeldung inkl. Hinterlegung Kontaktdaten, verringerte Zuschauerkapazitäten, Maskenpflicht bis zum Sitzplatz und die Wahrung des Mindestabstands.
WIR SIND VIELE – JEDE*R EINZELNE VON UNS!
Die Uferstudios unterstützen die Berliner Erklärung der Vielen für eine offene Gesellschaft!