Pause as resistance
Uferstudio 5

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Termine
Di 03.05.22 14:00 Uhr
Di 10.05.22 14:00 Uhr
Di 17.05.22 14:00 Uhr
Di 24.05.22 14:00 Uhr
Di 31.05.22 14:00 Uhr
Beschreibung

“Ist es wirklich einfacher, sich das Ende der Welt vorzustellen als ein Ende des Kapitalismus?”*


Im Mai wird die Tanzfabrik Berlin Bühne eine radikale Pause in ihrer täglichen Arbeit einlegen, um sich neue Wege des Arbeitens, des Zusammenlebens, und zur Umgestaltung der Gesellschaft vorzustellen. Ein Monat zum Nachdenken – zum Widerstand – zum Neustart.

* Das Zitat wird sowohl Fredric Jameson als auch Slavoj Žižek zugeschrieben.

 

Berlin, Europa, Mai 2022. Es fühlt sich so an, als hätte die aktuelle Krisenserie weder einen richtigen Anfang noch ein Ende, es fühlt sich wie ein Zustand an, in dem wir feststecken. Eine Zeit, in der Notfälle auf andere Notfälle folgen, ein Zustand ständiger Alarmbereitschaft, ohne erkennbare Möglichkeiten für Veränderung.

Früher haben sich Krisenmomente – wenn das Leben selbst in seinen Grundfesten erschüttert zu sein scheint – oft als Auslöser für eine Erneuerung oder einen epochalen Wandel erwiesen. Doch heute scheint es keine Möglichkeit zu geben, einen positiven Wandel herbeizuführen – obwohl allgemein bekannt ist, dass die Existenz der gesamten Menschheit gefährdet ist, wenn keine Veränderung eintritt.

Für Mark Fischer ist dieses Gefühl der Ohnmacht ein integraler Bestandteil des eigentlichen Regierungssystems der westlichen Welt: des kapitalistischen Realismus. Fischer sieht unsere Gesellschaft als eine, in der das Kapital, die Idee des Profits und des Privateigentums jeden Aspekt unseres (Zusammen-)Lebens und sogar unseren Körper so tief durchdrungen haben, dass wir uns andere Lebensweisen oder Formen der sozialen Organisation gar nicht mehr vorstellen können.

Nur die Kunst, vor allem die zeitgenössische Kunst, bietet manchmal die Möglichkeit, für kurze und flüchtige Momente, einen Blick in andere Welten zu werfen. Andere mögliche Realitäten. Andere Arten des Zusammenseins. Sie hat das Potenzial, Perspektiven zu verändern und Transformationen anzuregen, Standpunkte zu verschieben und Gespräche voranzutreiben.

Als Organisation, die sich der zeitgenössischen Kunst widmet, ist es unsere Aufgabe, dieses Verständnis von Kunst zu fördern, und die bestmöglichen Bedingungen für Künstler*innen zu schaffen, damit sie sich entfalten und Werke schaffen können, die den Blickwinkel verändern. Wir wollen auch einige der von den Künstler*innen vorgestellten Visionen – und die dahinterstehenden Werte – auf unserer eigenen Realität anwenden.

pause as resistance ist ein Versuch in diese Richtung. Wir verstehen das Innehalten als einen subversiven Akt, um das Unwesentliche abzulehnen und Raum für das zu schaffen, was eigentlich am wichtigsten ist: nachdenken, sich neu gruppieren, Zeit nehmen, um Veränderungen anzustoßen. Sowohl in unserer Organisation als auch in unserem Umfeld.
Zeit, uns zu fragen: Wie machen wir die Dinge? Unter welchen materiellen Bedingungen finden unsere Aktivitäten statt? Was wird hier unwillkürlich reproduziert? Wie können wir eine feministische Organisation sein?

Innehalten ist eine Entscheidung, sich zu weigern, diesen Zustand des ständigen Aktionismus, der ständigen Produktion fortzusetzen und nicht zu akzeptieren, dass es keinen Ausweg aus dem Kapitalismus gibt. Sondern ihm zu widerstehen und vielleicht einen Platz an seinen Rändern zu finden, von dem aus wir eine Revolution starten können.

*****

pause as resistance lädt 4 Künstler*innen ein, mit der Tanzfabrik Berlin Bühne zu pausieren.

Besetzung

Mit Florin Fueras, Ana Libório, Harun Morrison und Dafne Narvaez

Weitere Infos (und ggf. Reservierungen)

Das 4-wöchige pause of resistance findet ohne kuratorisches Programm, aber mit einem festen Zeitplan von 2 täglichen Sitzungen von 10:00 bis 17:00 statt. Durch die Unterbrechung der täglichen Arbeit möchte sich das Team der Tanzfabrik Berlin bisher unbekannte Forschungswege erschließen.

Jeden Dienstagnachmittag von 14:00 bis 17:00 findet im Studio 5 eine öffentliche Sitzung statt.

Ticketpreis
freier Eintritt

Mai
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CALL FOR ACTION - EMERGENCY FUND
Für die Einrichtung eines Notfallsfonds für kulturelle und andere zivilgesellschaftliche Organisationen, um ukrainische und russische Kolleg*innen, die durch den Krieg bedroht sind, aktiv zu unterstützen.

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